Lehrerakadademie in Dillingen: Bastian Fischer und Walter Rädler bilden sich fort

14 Mai


Die Lehrerakademie in Dillingen ist eine Reise wert. In den ehrwürdigen Räumen der bayerischen Lehrerfortbildungsstätte fand am Wochenende ein zweitägiger Kurs zum Schulschach statt. Der Referent war Cor van Wijgerden, der zusammen mit Rob Brunia die Stappenmethode entwickelt hat.
Die zwei Tage waren für mich traumhaft, was an folgenden vier Faktoren lag.
Ich habe Vorträge von Cor van Wijgerden schon öfters besucht und bin immer wieder begeistert von seinem unglaublichen Wissen über unser Spiel der Könige. Es gibt kaum einen Menschen, der sich intensiver mit der Didaktik des Spiels beschäftigt hat, als er. Zudem ist er schlicht und ergreifend ein begnadeter Referent. Das Wichtigste aber: Er liebt das Schachspiel über alles.
Die Teilnehmer, 32 Lehrerinnen und Lehrer opferten ihre kostbare Freizeit und auch Geld, um an diesen Kurs teilzunehmen. Ich wünsche allen Eltern in Bayern so engagierte Lehrer für ihre Kinder und Jugendliche.
Ohne die Institutsrektorin Frau Schlamp wäre der Kurs nicht zustande gekommen.
Die Dillinger Lehrerakadademie hat ein tolles Ambiente, die Zimmer und das Essen sind prima. Die Führung im goldenen Saal war ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung.
Nach einer Einführung, warum Schach gut für Kinder ist, wurde erklärt, wie man lernt. Die Teilnehmerkannten die Versuche des Herrn Ebbinghaus noch gut, bei Vygotsky, Otto Selz, De Groot und Galperin haben wir gewaltige Lücken. Klar ist, dass die Wiederholung für das Lernen sehr wichtig ist. „Wiederholen sie , um nicht zu vergessen. Vergessen sie nicht, zu wiederholen“; heißt hier die Devise.
Genial waren die kleinen Spiele, die uns dann systematisch gezeigt wurden und die alle im Chesstutor drankommen.
Am Abend konnte man Fragen stellen, vor allem wie man Schachunterricht für unterschiedliche Leistungsniveaus abhält. Im Biergarten bei schönstem Wetter ließen die Teilnehmer den Abend ausklingen.
Alle Teilnehmer erhielten das Lehrerheft sowie mehrere Übungshefte, um das Wissen dann auch zu Hause in der Praxis umzusetzen.
Beim Schachunterricht ist der Lehrer und die Methode sehr wichtig. Die Stappenmethode wird durch den Lehrervortrag, die Arbeit mit den Aufgaben, dem Spielen und der Analyse gekennzeichnet. Am nächsten Tag sahen wir viele Übungen, Spielformen und ihre Begründung auf dem Chesstutor an. Leider war die Zeit in Dillingen zu kurz, denn sie verging im Fluge. Nochmals ein großes DANKE an alle Beteiligten, es war großartig.
Trotzdem muss ich auch Herr von Wijgerdens warnende Stimme erwähnen, der meinte, wenn wir für die schachbegeisterten Lehrer zu wenig tun, könnte diese großartige Saat zunichte gemacht werden. Hier ist der Bayerische Schachbund und die Schachjugend sowie der Schulschachreferent gefragt, hieran weiter zu arbeiten.

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