{"id":454,"date":"2009-04-16T17:04:59","date_gmt":"2009-04-16T17:04:59","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.cylusion.local\/?p=454"},"modified":"2009-04-16T17:04:59","modified_gmt":"2009-04-16T17:04:59","slug":"schach-kultur-vortrag-philidor-am-donnerstag-23-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.scv-jugend.de\/?p=454","title":{"rendered":"Schach-Kultur-Vortrag: Philidor am Donnerstag, 23. April"},"content":{"rendered":"<p><!-- s9ymdb:225 --><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"serendipity_image_right\" width=\"170\" height=\"240\" style=\"float: right; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"\/uploads\/philidor.serendipityThumb.jpg\" alt=\"\" \/>Klingt spannend, ich habe leider keine Zeit! Die Werbung gef\u00e4llt mir, vor allem der Spruch von Larsen. Er meinte, dass Philidor seinen Zeitgenossen 70 Jahre im Schach voraus war.<br \/>\nPhilidor war ein gro\u00dfartiger Musiker und Philoosoph. Sein Spruch war: Der Bauer ist die Seele des Spiels, vielleicht war ein ein Vordenker der Franz\u00f6sischen Revolution! <\/p>\n<p><a href=\"\/uploads\/Susanna_Poldauf_Philidor_23.4.2009_.pdf\" title=\"Susanna_Poldauf_Philidor_23.4.2009_.pdf\" target=\"_blank\">Susanna_Poldauf_Philidor_23.4.2009_.pdf<\/a><\/p>\n<p>Fran\u00e7ois-Andr\u00e9 Danican Philidor wurde am 7. September 1726 als Sohn des Musikers (Oboe) Andr\u00e9 Danican Philidor (1647 &#8211; 1730) und dessen zweiter Frau, der 19j\u00e4hrigen Elisabeth Le Roy, in Dreux (Frankreich) geboren. Der kleine Fran\u00e7ois-Andr\u00e9 entstammt einem ganzen Geschlecht von Musikern: Schon sein Gro\u00dfvater Jean Danican Philidor beeindruckte Ludwig XIII, sein Gro\u00dfonkel Michel Danican war als Oboespieler ber\u00fchmt geworden und seine Onkel Anne Philidor und Jacques Danican Philidor hatten sich einen Namen als Musiker gemacht.<br \/>\nAls Fran\u00e7ois-Andr\u00e9 4 Jahre alt war, starb sein bereits betagter Vater. Als Sechsj\u00e4higer wurde der Kleine 1732 in den k\u00f6niglichen Chor aufgenommen, der fast t\u00e4glich f\u00fcr Ludwig XV sang. Von den Musikern erlernte Philidor das k\u00f6nigliche Spiel. Angeblich mu\u00dfte der Chor f\u00fcr den K\u00f6nig immer auf Abruf bereit stehen und vertrieb sich deswegen die Wartezeit am Schachbrett.<br \/>\nDer kleine S\u00e4nger verbl\u00fcffte alle mit seinem Talent sowohl f\u00fcr die Musik als auch f\u00fcr das Schach. Im Alter von 11 Jahren komponierte Philidor seine erste Motette und wurde vom K\u00f6nig pers\u00f6nlich f\u00fcr das Musikst\u00fcck geehrt.<br \/>\nMit dem Stimmbruch mu\u00dfte Philidor 1740 den Chor verlassen und sich von nun an in Paris seinen Lebensunterhalt mit Musiklektionen und als Notenkopist verdienen.<br \/>\nIm ber\u00fchmten Schachcafe Caf\u00e9 de la R\u00e9gence entdeckte er jedoch die M\u00f6glichkeit, auch mit seinen Schachk\u00fcnsten Geld zu verdienen. Philidor kam hier auch in Kontakt mit den Philosophen Rousseau und besonders Diderot, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband.<br \/>\nHier stie\u00df der junge Schachmeister aber auch auf einen der st\u00e4rksten Spieler der damaligen Schachwelt, Legall de Kermeur, der sein Lehrer wurde. Binnen dreier Jahre hatte Philidor Legall jedoch \u00fcberfl\u00fcgelt und war nun der beste Spieler Frankreichs.<br \/>\n1747 reiste Philidor nach London, um sich mit Phillip Stamma (1715 &#8211; 1770) in einem Match zu messen. Der geb\u00fcrtige Syrer galt zu dieser Zeit als bester Schachspieler der Welt. Das Match wurde unter reger Anteilnahme der \u00d6ffentlichkeit in Slaughters Coffeehouse ausgetragen. Philidor verlor nur eine Partie, gewann aber acht und trug den Sieg in dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft (Den Titel gab es noch nicht) davon.<br \/>\n1749 ver\u00f6ffentlichte Philidor sein ber\u00fchmtes Schachbuch Analyse du jeu des \u00c9checs, das in den n\u00e4chsten dreissig Jahren 70 Auflagen erlebte und ins Englische, Italienische und Deutsche \u00fcbersetzt wurde. Als erster erkannte der Franzose darin die Bedeutung der Bauernstruktur f\u00fcr die Dynamik des Schach. Der Ausspruch: &#8222;Die Bauern sind die Seele des Schachspiels!&#8220; wird Philidor zugeschrieben.<br \/>\nFriedrich II. von Preu\u00dfen, bei dem Philidor 1751 zu Gast war, teilte mit dem Schachgenie die Leidenschaft f\u00fcr die Musik und das Spiel. In Potsdam demonstrierte Philidor auch zum ersten Mal eine spektakul\u00e4re Show, als er drei Schachpartien gleichzeitig und ohne Ansicht des Brettes spielte. Das sogenannten Blindspiel l\u00f6ste gro\u00dfe Besorgnis bei den Freunden Philidors aus, die bef\u00fcrchteten, er werde damit sein Gehirn \u00fcberstrapazieren.<br \/>\nNach seiner Europatournee in Sachen Schach lie\u00df sich Philidor 1752 wieder in Paris nieder und wandte sich erneut der Musik und dem Komponieren zu. Er begann mit der Komposition weiterer Motetten. 1759 stellte der Meister dann seine erste Oper Blaise le Savetier fertig. In den n\u00e4chsten 25 Jahren wurde er zu einem der f\u00fchrenden Opernkomponisten Europas.<br \/>\nMit seinen insgesamt 23 Opern trug Philidor wesentlich zum neuen Genre der komischen Oper bei. Seine bedeutensten Werke sind: Sancho Pansa dans son isle (1762), Ernelinde (1767) und Carmen Seculaire (1779). Ber\u00fchmt wurde auch seine komische Oper Tom Jones (1765), die er nach einem Roman von Henry Fielding verfasst hatte. Das St\u00fcck wurde zuletzt 2004 wieder in Deutschland aufgef\u00fchrt.<br \/>\nTrotzdem wurde Philidor immer unzufriedener mit seiner Musik und hatte den Eindruck, von anderen Komponisten \u00fcbertroffen zu werden. Seit 1775 wandte er sich deswegen wieder dem professionellen Schachspiel zu und reiste Jahr f\u00fcr Jahr \u00fcber das Fr\u00fchjahr nach London, um dort auf Herausforderer zu treffen.<br \/>\nMit den Jahren wurde das Schachspiel auch seine Haupteinnahmequelle, insbesondere nach Beginn der franz\u00f6sischen Revolution 1789. Der Name Philidors stand auf der schwarzen Liste, eine R\u00fcckkehr nach Frankreich war nicht mehr m\u00f6glich und er strandete in England. Zun\u00e4chst hielt das Schachspiel den ber\u00fchmten Meister noch \u00fcber Wasser, doch schlie\u00dflich st\u00fcrzte er in bitterste Armut ab. Am 31. August 1795 starb Fran\u00e7ois-Andr\u00e9 Danican Philidor in London.<br \/>\nNeben seiner Musik erinnert heute eine Schacher\u00f6ffnung, die PHILIDOR-Verteidigung, an das Schaffen des Meisters. Ebenfalls nach ihm benannt ist u.a. eine Variante des K\u00f6nigsgambits und ein bekanntes Man\u00f6ver in den Turmendspielen. Seine strategischen Erkenntnisse waren seiner Zeit soweit voraus, das noch Schachmeister des 20. Jahrhunderts davon profitieren konnten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klingt spannend, ich habe leider keine Zeit! Die Werbung gef\u00e4llt mir, vor allem der Spruch von Larsen. Er meinte, dass Philidor seinen Zeitgenossen 70 Jahre im Schach voraus war. Philidor war ein gro\u00dfartiger Musiker und Philoosoph. 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